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2 entries.
Angret Faber Angret Faber aus Leipzig schrieb am 13. November 2017:
Sandmädchen. Sitzt du vor mir im Rollstuhl, dann sehe ich Veronika. Stützen, um deinen Körper zu halten. Eine Sonnenbrille , um deine Augen zu schützen. Die Mutter an deiner Seite, um für dich zu sorgen und um dir Kommunikation mithilfe einer Tastatur zu ermöglichen. Wie könnte ich dir begegnen?
Im Film lerne ich dich anders kennen. Ich lausche deinen Worten und sehe sich wandelnde Bilder voller Poesie. Bilder aus Sand und Wind. Sie werden und vergehen und bringen mich in Berührung mit einer Welt ohne Zeit und Raum und Schwerkraft. Und sie bringen mich in Berührung mit der Einseitigkeit meiner sinnlichen Wahrnehmung, durch die ich oft vorschnell urteile und von Äußerlichem auf Inneres schließe, was ich beschämt erkenne.
Als der Film zu Ende ist, bringt dich dein Vater herein und dir werden Fragen gestellt. Die Mutter stellt sich in deinen Dienst, damit du dich ausdrücken kannst. Du bist umgeben von den Filmemachern, die mit dir zusammen dieses Kunstwerk geschaffen haben. Andächtig und still wartet das Publikum auf deine Antworten.
Es ist, als würden alle Anwesenden, aus verschiedenen Richtungen kommend, zusammentreffen und als entstünde jetzt, in diesem Moment, der Raum, in dem Begegnung möglich ist. Ein flüchtiger Moment. So flüchtig wie der Sand im Wind und so zart wie ein geflüstertes Wort. Aber mir ist, als hätte ich etwas vom wahren Menschsein vernommen und vom Sehen mit dem Herzen.
Ich bin sehr dankbar für dieses Erlebnis und allen, die es möglich gemacht haben.
Ganz besonders danke ich dir, Veronika-Sandmädchen, dass du nie aufgegeben hast, an dich und die Menschen zu glauben.
Angret
Prof. Dr. Alfonso de Toro Prof. Dr. Alfonso de Toro aus Leipzig schrieb am 3. November 2017:
Selten hat mich ein Film wie Das Sandmädchen (eine Perle unter den kostbarsten Perlen) so tief berührt und sprachlos gemacht hat, so dass ich einige Zeit brauchte, bis ich Worte fand, um seine Wirkung (hoffentlich) angemessen wiederzugeben: Der Film strahlt eine unendliche menschliche sowie eine bedingungslose Lebensbejahung aus, er macht allen Menschen, v.a. jenen mit großen oder mit kleinen Problemen, Mut, der Film berührt, wird aber nie pathetisch, nie sentimental oder selbstverliebt, ganz im Gegenteil, er fördert Würde und Kraft. Was für Eltern, was für eine Mutter, die entdeckt, dass ihre von der Medizin aufgegebene Tochter (sie soll einen IQ gleich Null haben) in ihrer versunkenen Welt quicklebendig ist, dass sie über eine tadellose Intelligenz verfügt, noch mehr, dass bis zur Uni schafft, sie eigentlich genial ist und wunderbare Bücher und wissenschaftliche Aufsätze verfasst. Was für eine Kraft, was für eine kraftvolle und poetische Sprache hat Veronika, die sich aus einer eigentlich unüberwindbaren Tiefe befreit, sie schafft das, was Prometheus nicht gelang: zu siegen und zu lieben. Ja der Film ist zugleich eine große Hommage auf die Liebe, das Leben und auf die Menschlichkeit, mehr noch auf den unerschütterlichen Glauben an sich selbst.
Der Filmemacher, Mark Michel und sein Team haben zudem ein Kunstwerk geschaffen, die einzelnen einzigartigen Aufnahmen, die die Innenwelten von Veronika abbilden (nach ihren eigenen Bekundungen) die Dynamik, eine nie endende Spannung sowie die Ruheinseln und die Sandmalerei; hier stimmt einfach alles. Eine glückliche Fügung zwischen einem ganz außergewöhnlichen Schicksal und einem nicht zu überbietenden Regisseur.
Ich kann nur danken für diessn Film.
Prof. de Toro